Basische Ernährung

Basische Ernährung – kommerzielle Halbwahrheiten mit saurem Beigeschmack

Basische ErnährungDer Säuren- und Basenhaushalt ist einer der wesentlichen Regulationsmechanismen des menschlichen Körpers. Zahlreiche Ernährungsberater, Fitnesstrainer, Naturheilpraktiker sowie Alternativmediziner machen eine Übersäuerung des Körpers für Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Mit dem Mythos der gesundheitsgefährdenden Übersäuerung des Körpers lässt sich eine Menge Geld verdienen. Die basische Ernährung wird als das Allheilmittel für viele körperliche Beschwerden propagiert und vermarktet. Die empfohlenen Lebensmitteln, um diese basische Ernährung umzusetzen, sind hierbei jedoch generell unterschiedlich. Schon dieser Umstand lässt auf den fehlenden biochemischen Hintergrund der gesundheitlichen Benefits der basischen Ernährung schließen. Leider ist im Fitnessbereich der Trend zu beobachten, daß immer mehr Personen mit der massenmedialen Vermarktung von Halbwahrheiten versuchen ihre kommerziellen Interessen umzusetzen.

Generell herrscht eine Uneinigkeit über die Wirkung einzelner Lebensmittel auf den Säuren- und Basenhaushalt. Die Beurteilung der verschiedenen Lebensmittelgruppen ist jedoch generell ziemlich eindeutig. Fleisch, Wurst, Eier, Käse, Süßwaren, Weißmehlprodukte, Alkohol und Kaffee gelten als starke Säurebilder. Während Blattsalate, Gemüse, Obst sowie Kartoffeln die Bildung von Basen begünstigen sollen.

Basische Ernährung und die Fakten

Der Säure-Basen-Haushalt des Körpers hat die Aufgabe, das Verhältnis von Säuren und Basen im Körper in
sehr engen Grenzen konstant zu halten. Fette, Proteine und Kohlenhydrate, die durch die
Nahrung zugeführt werden, führen zu keiner einseitigen Belastung des Organismus mit Säuren
oder Basen. Eine Einteilung von Nahrungsmitteln ist absolut überflüssig. Eine basische Ernährung hat somit lediglich Vorteile für die Brieftasche ihrer Anbieter. Bei einer normalen Mischkost kommt es bei gesunden Personen zu einem Säureüberschuss von maximal bis zu 100 mmol am Tag. Die Ausscheidungskapazität des Organismus für Säuren und Basen, insbesondere über die Nieren, ist um ein Vielfaches höher. Sie kann auch durch eine extrem einseitige Ernährung definitiv nicht ausgeschöpft werden.

Die tägliche Säureausscheidungskapazität der Niere beträgt bis zu 1000 mmol. Dies entspricht einer Säuremenge, die bei der Verdauung von etwa 6kg Fleisch gebildet wird. Diese hohe Ausscheidungskapazität kann also selbst bei einer extrem einseitigen und proteinreichen Ernährung nicht ausgeschöpft werden. Eine ernährungsbedingte Störung des Säuren-Basen-Gleichgewichts, sprich eine klinische Übersäuerung (Azidose) ist somit absolut ausgeschlossen. Eine Übersäuerung kann es im Normalfall nicht geben. Der Körper sorgt für einen ausgeglichenen Säuren-Basen-Haushalt. Ausnahmen bilden lediglich schwere Nierenerkrankungen und eine entgleiste Typ 1 Diabetes. Der PH-Wert des menschlichen Körpers kann über die Nahrung nicht beeinflußt werden. Selbst eine extrem eiweißlastige Ernährung kann keine Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) auslösen. Die Säureausscheidungskapazität der Nieren ist um ein Vielfaches höher.

Die basische Ernährung bildet auf wissenschaftlicher Basis zur Zeit keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Menschen. Auch eine intensive muskuläre Belastung im Sport führt zu keiner Übersäuerung des Körpers. Die kurzfristige metabolische Azidose (Übersäuerung) durch anaerobe Glykolyse ist mit keiner gesundheitsschädigenden Wirkung verbunden.

Wissenschaftlicher Background für diesen Blogbeitrag

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