Extreme Muskeldefinition



Extreme Muskeldefinition – Kultmythos zum Geldverdienen

Extreme MuskeldefinitionDie extreme Muskeldefinition ist mittlerweile eines der favourisierten Trainingsziele im Fitnesstudio. Ganze Herrscharen von Jugendlichen versuchen mittlerweile ihren Traum vom fettfreien und muskulösen Körper durch Krafttraining zu verwirklichen. Immer mehr Menschen vermarkten ihre eigene Körperentwicklung in Videoportalen sowie sozialen Netzwerken und bieten der breiten Masse die Unterstützung in dieser Zielsetzung gegen Bezahlung an. Die Vermarktung von Training, Ernährung und Supplementen für die extreme Muskeldefinition läuft auf Hochtouren und ist zu einem lukrativen Geschäft geworden. Mittlerweile bestreiten etliche Menschen ihren Lebensunterhalt mit Selfmarketing zur extremen Muskeldefinition. Einige von ihnen hat der Fitnesshype um die extreme Muskeldefinition mittlerweile sogar zum Millionär gemacht. Was ist also dran am käuflichen Knowhow zur Verwirklichung eines mukelbepackten Körpers bei einem Körperfettanteil um die 6 % ? Leider entpuppt sich dieses Trainingsziel für einen naturalen Sportler als definitiv nicht erreichbar. Der Traum vom fettfreien und definierten Muskelbody zerplatzt buchstäblich wie eine Seifenblase, wenn man das Thema eingehender biochemisch beleuchtet.

Extreme Muskeldefinition – die Fakten

Einstellige Körperfettanteile bei Männern sowie Körperfettanteile von unter 17% bei Frauen werden in der Regel mit einem massiven Verlust von Muskulatur erkauft. Selbstverständlich lässt sich mit einem ausgeklügelten Verhalten in Training und Ernährung ein niedriger Körperfettanteil erreichen. Dies ist jedoch nicht für Sportler möglich, die bereits eine sehr ausgeprägte Muskulatur, nahe am naturalen Limit besitzen. Versucht ein naturaler Sportler beispielsweise bei 1,80m Körpergröße seine Magermasse von 80kg, welche einem Fettfreie Masse Index (FFMI) von 24,7 entspricht, auf einen Körperfettanteil von 6% zu diäten, so wird folgendes passieren:

Sollte er tatsächlich jemals natural diesen niedrigen Körperfettanteil erreichen, so hat er im Laufe seiner Diät soviel Muskulatur verloren, daß seine Muskelmasse weit unter der Muskelmasse seiner Vorbilder in den Medien liegt. Hierbei ist es definitiv egal, wie ausgeklügelt er in Training und Ernährung vorgeht. Der Grund liegt in natürlichen körperlichen Schutzmechanismen und hormonellen Regulierungen. Diese setzen ab einem genetisch fixierten Körperfettanteil zunehmend ein und führen dazu, daß bei weiterer kalorienreduzierter Ernährung immer mehr Muskulatur zur Energiegewinnung des Körpers abgebaut wird.

Ein Körperfettanteil von etwa 3-5% gilt bei Männern als lebensnotwendig. Der lebensnotwendige Körperfettanteil für Frauen liegt hingegen bei etwa 10-12%. Der menschliche Körper reagiert mit immer stärkeren Schutzmechanismen, um einen weiteren Fettabbau zu verhindern, je näher der Körperfettanteil diesen Werten kommt. Der Körper greift also vermehrt auf die Muskulatur zur Energiegewinnung zurück und läßt das als Notreserve angelagerte restliche Depotfett weitgehend unberührt. Dies führt zu einem massiven Muskelverlust. Der Körper geht quasi in einen Notfallmodus. Muskeln stellen für den Körper ein Luxusgut dar. Diesen Luxus kann und wird er sich, wenn es um das Überleben geht, nicht mehr leisten. Die überschüssige Muskulatur wird bei weiterer kalorienreduzierter Ernährung kompromisslos zur Energiegewinnung genutzt und abgebaut.

Wer es jetzt immer noch nicht glaubt, probiert es am besten selber einmal aus und wird erleben wie seine hart erarbeitete Muskulatur in Rekordzeit verschwindet. Während Muskelausprägungen eines FFMI von etwa 22 und weniger bei Männern noch relativ problemlos in Körperfettregionen um die 10% ohne Muskelverlust zu diäten sind, sieht das für höhere Muskelausprägungen oder bei dem Versuch einen Körperfettanteil um die 6% zu realisieren schon gänzlich anders aus. Abschied ist ein scharfes Schwert oder weine nicht wenn die Muskeln flöten gehen.

Extreme Muskeldefinition ohne Steroide und Chemie?

Der von Fitnessmodellen und einigen Selfmarketingern gezeigte Körperfettanteil ist in Relation zur vorhandenen Muskelmasse, in aller Regel mit Hilfe von chemischer sowie medikamentöser Unterstützung erreicht worden. Eine derartige Muskelmasse, bei einem extrem niedrigen Anteil an Körperfett, kann nur auf diesem Weg überhaupt realisiert werden. Ein intensiv trainierender naturaler Sportler kann zwar relativ viel Muskelmasse aufbauen, wenn er die Basics in Training sowie Ernährung sinnvoll umsetzt. Er erreicht diese, bei richtiger Ernährung sowie zielorientiertem Training, auch schon nach relativ kurzer Trainingsdauer. Er kann dabei jedoch niemals diese Definition und Muskelhärte erzielen. Versucht unser Sportler nun ohne chemische Unterstützung, über die Ernährung und das Training mit einem Kalorienminus, eine extreme Muskeldefinition zu erreichen, so wird er feststellen, daß dieses Vorhaben natural nicht machbar ist.