Heilfasten in der Kritik

Heilfasten der schnelle Weg in den Muskelabbau und Jojo Effekt

heilfastenViele Menschen versuchen nach dem Jahreswechsel und im Frühjahr ihren Körper mit dem sogenannten Heilfasten wieder auf Vordermann zu bringen. In der massenmedialen Vermarktung werden besonders der Gewichtsverlust, eine Entschlackung des Körpers und eine Entgiftung als gesundheitliche Vorteile durch ein Heilfasten genannt. Heilfasten entpuppt sich bei einer simplen biochemischen Betrachtung jedoch als ein böser Flopp zur Realisierung der genannten Effekte und verbessert nicht, wie versprochen, die persönliche Gesundheit. Eine differenzierte Betrachtung des Heilfastens unter gesundheitlichen Gesichtspunkten bringt eine Vielzahl von unerwünschten Nebenwirkungen und Kritikpunkten an den Tag.

Heilfasten und Körperfettabbau

Bei einem völligem Verzicht auf Nahrung, dem Heilfasten sowie wissenschaftlich unfundierten Diät stellt sich der Körper auf den sogenannten Hungerstoffwechsel um. Der Hungerstoffwechsel ist ein Notprogramm des Körpers. Beim Hungerstoffwechsel werden eher Proteine als Fette abgebaut. Es kommt zu einem massiven Muskelverlust, der nur von einem geringen Körperfettabbau begleitet wird. Dieser Abbau von Muskelmasse ist vor allem in der ersten Woche des Fastens enorm. Weiterhin werden viele Stoffwechselfunktionen abgesenkt und der Grundumsatz (Kalorienverbrauch für lebenswichtige Körperfunktionen) wird verringert. Nach dem Fasten kommt es durch den Muskelverlust zu einem besonders extrem ausgeprägten Jojo-Effekt. Der Erhaltungskalorienbedarf ist stark abgesenkt und man nimmt besonders schnell wieder zu. Der durch das Heilfasten induzierte Hungerstoffwechsel bewirkt bzw. begünstigt, abhängig von der Fastendauer, viele gesundheitliche Nachteile. Hier wären Müdigkeit, Schwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, Gicht, Gallensteine, Gallenkoliken, Herzschäden durch Herzmuskelschwund, Osteoporose, trockene Haut, stumpfe Haare, Haarausfall, entzündete Schleimhäute, Menstruationsbeschwerden sowie Vitaminmangelfolgen zu nennen. Bei einigen Menschen bewirkt der Hungerstoffwechsel eine Art von Euphorie. Diese Euphorie wird durch eine ausgeprägte Ausschüttung von Endorphinen (Glückshormonen) des Körpers hervorgerufen. Die Ausschüttung ist eine sehr nützliche Funktion des Körpers. Sie hilft dabei echte Notzeiten leichter zu überstehen. In Verbindung mit dem Heilfasten meinen viele Menschen, aufgrund des durch die körpereigenen Endorphine ausgelösten Glücksgefühls, ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Die genannten biochemischen Fakten belegen jedoch das genaue Gegenteil.

Heilfasten und Entschlacken

Schlacke gibt es lediglich im Hochofen der Stahlindustrie. Im menschlichen Körper sind Schlackenstoffe weder nachzuweisen noch vorhanden. Die Entschlackung des menschlichen Körpers ist ein unter kommerziellen Interessen entstandener Gesundheitsmythos. Unter der Prämisse der gesundheitlich vorteilhaften Entschlackung werden der breiten Masse gewinnbringende sowie nutzlose Mittel und Konzepte in der Ernährung verkauft.

Heilfasten und Entgiftung

Wenn die Nieren des Menschen und die Leber in Ordnung sind, wird der menschliche Körper täglich von selbst entgiftet. Darüber braucht man sich definitiv keine Gedanken zu machen. Weiterhin gibt es auch keine Übersäuerung des menschlichen Körpers. Der Körper sorgt selbst für einen ausgeglichenen Haushalt von Säuren und Basen. Den PH-Wert des menschlichen Organismus kann man über die Nahrung nicht beeinflussen. Nicht einmal bei einer extrem eiweißlastigen Ernährung kann eine Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) ausgelöst werden. Die Säureausscheidungskapazität der Nieren ist um ein Vielfaches höher.

Fazit zum Heilfasten

Heilfasten bringt unter biochemischer Betrachtung keinerlei Vorteile für die persönliche Gesundheit.
Die kommerzielle Vermarktung des Heilfastens hat viele Mythen und Halbwahrheiten hervor gebracht, welche aus finanziellen Interessen von diversen Gruppen aufrecht erhalten werden.