Vibrationstraining

Vibrationstraining

Vibrationstraining, geschüttelt nicht gerührt

Vibrationstraining ist ein Training, bei der die übende Person auf einer vibrierenden Platte steht, die in einem Frequenzbereich von etwa 5 bis 60 Hertz vibriert. Dabei sollen Dehnreflexe der Muskulatur ausgelöst und eine Muskelkontraktion hervorgerufen werden. Bei der biomechanischen Stimulation (BMS) werden lokale Muskelgruppen direkt oder über die zugehörigen Sehnen mittels spezieller Vibrationsgeräte stimuliert. Auch vibrierende Kurzhanteln, wie die Flexi Bar, sind dem Vibrationstraining zu zuordnen. Vibrationstraining wird in einer Vielzahl von Bereichen (Leistungssport, Fitness, Rehabilitation, Medizin, Vorsorge, Beauty) angeboten.  Hierbei stehen die Leistungssteigerung der Muskulatur sowie die Verbesserung von Koordination und Gleichgewicht im Fokus.

Der Ursprung der Trainingsform liegt in der Weltraumforschung. Der Aufenthalt in der Schwerelosigkeit des Weltalls degeneriert die Muskeln der Astronauten sehr stark. Der Sportwissenschaftler Vladimir Nazarov entdeckte 1978, daß Vibrationen sich positiv auf den menschlichen Bewegungsapparat auswirken. Die damalige UdSSR setzte das Vibrationstraining bei Kosmonauten und Leistungssportlern ein.

Im Fitnessbereich wird ein Training mit Vibrationen mittlerweile als effektive Alternative zum Krafttraining und als eine Wunderwaffe für viele Zielsetzungen vermarktet.

https://www.mcfit.com/de/vibration.html

Schwangere Frauen, Patienten mit Herzschrittmacher und Epileptiker dürfen kein Vibrationstraining machen. Bei Patienten mit  künstlichen Gelenken gibt es unterschiedliche Auffassungen. Es ist nicht auszuschließen, daß sich ein künstliches Gelenk durch das Training lockert.

Die Studienlage zum Thema ist unterschiedlich. Es wurden gute Ergebnisse im Kraftzuwachs bei Untrainierten, in der Verbesserung der Schnellkraft und ein verminderter Muskelschwund bei älteren Personen festgestellt. Andere Studien kamen zu gegenläufigen Ergebnissen.

Fazit:

Das Vibrationstraining ist ein Training koordinativer Fähigkeiten und keine Alternative zum klassischen Krafttraining.

Vibrationstraining kann vor allem bei Untrainierten von Vorteil sein. Bei Untrainierten ist aber mit fast jeder Methode ein Erfolg zu erzielen.

Das Vibrationstraining scheint außerdem sinnvoll bei Knochenschwund oder zur Ergänzung von herkömmlichen Trainingsmethoden zu sein. Ebenso ergeben sich im Schnellkrafttraining teilweise gute Ergebnisse, die allerdings wieder auf die verbesserte Koordination zurückzuführen sind.

Wer an sichtbaren Ergebnissen im Muskelaufbau und meßbaren Ergebnissen im Training interessiert ist, sollte ein individuell abgestimmtes Krafttraining machen.

Ansonsten heißt es frei nach Klaus Lage: Tausendmal vibriert und tausendmal ist nichts passiert.

Interessierte Blogleser sollten sich das Video von Professor Dr. Schmidtbleicher zum Thema Vibrationstraining ansehen.

Krafttraining mit Vibrationsplatten from Sportservice Vorarlberg on Vimeo.

Hier noch ein Link zum Thema von einem renommierten Trainingsexperten, der abseits des gegewärtigen Mainstreams im Fitnessbereich unterwegs ist. 

http://www.dr-moosburger.at/pub/pub104.pdf